Mittwoch, 30. September 2009

Training und anderes

Hallo zusammen,
nach langer zeit fast ohne internet jetzt wieder mal ein schoener bericht aus einem noch schoenenern Land!
vor fast drei wochen hat mein Investigation and Field Working Training (hoert sich toll a find ich) angefangen und ich wurde erstmal ins vollstaendig kalte wasser geworfen und das Wortwoertlich denn ich hatte keine ahnung, dass ich eine fkuss zu durchqueren haette, um zum camp zu kommen, naja, nach 30 metern mehr schwimmen als waten und 400 metern laufen war ich dann da und mein erster eindruck war: jap, so hab ich mir so ein camp immer vorgestellt, ein Traum in Holz, wo alles an einem fleck ist, kurze laufwege, alles zweckmaessig aber gemuetlich mit palmen, Volleyballfeld und wasser aus der pumpe, tagsueber ein paradies, nacht die haerteste Arbeit, die ich je gemacht hab ( auch wenn ich das letztes mal schon geschrieben habe aber hier war es nochmal ne schippe mehr) nachts teilweise 7-8 stunden Patrouille und nur 3 stunden schlaf bis zum fruehstueck, nach 2 wochen ist man da sowas von am ende aber auch froh, dass man es geschafft hat.
Zum Glueck waren viele andere volunteers da, so hat man mmerhin zusammen gelitten und meistens darueber gelacht und wenn es mal jemandem nicht so gut ging (oder dem fuss, was ob der Massen an Steinen am strand oefter vorkam) wurde er oder sie sofort von den anderen in Schutz genommen, echt richtig nette leute allesamt da und immer wieder schoen, neue freunde zu finden!!
Am ersten Sonntag (Sonntag war tagsueber immer komplett frei) haben wir dann eine Schnorcheltour gemacht (zumindest nannte sie sich so) es war ein ziemlicher reinfall, der Tourguide hat uns mehr oder weniger nur hingefahren und uns Masken und Schnorchel (nein, keine flossen) hinterhergeworfen und sichwieder ausm staub gemacht, kein sterbenswoertchen, wo man schnorchels soll oder und das waere wichtig gewesen, wo auf keinen fall,weil es da vor felsen nur so gewimmelt hat, naja, man bezahlt halt Lehrgeld (in diesem Falle 15$) und macht es das naechste mal besser.
In der naechsten nacht gabs dann auch nen schoenen moment, als naemlich eine schildkroete gerade friedlich am Loch buddeln war (was die meisten schildkroeten mit hingabe und seelenruhe zelebrieren) kam eine verdammt grosse welle, die uns aber vor allem die schildkroete extrem ueberrascht hat, sie war danach naemlich weg und wir ham am boden gelegen vor lachen bis die naechste welle kamm und wir genauso nass waren, wie die Schildkroete.
Naja, war ne schoene und harte zeit auf die ich auch immer mit einen gehoerigen portion Stolz zurueckblicken werde!
Jetzt bin ich im moment wieder in montezuma, wo alles seinen gewohnten gang geht, weniger Kroeten, mehr Arbeit am Tag usw... Nur, dass der gesamte Suedzipfel der Halbinsen von Nicoya die letzten 4 tage keinen Strom hatte, schon seltsam sowas ^^
Ich werde mich mal wieder aufmachen, ab naechsten Dienstag hab ich 10 Tage urlaub, dann kann ich auch mal von meiner Freizeit erzaehlen, die ich bisher (ausser zwischendurch mal 2-3 stunden am strand) noch nicht hatte
Liebe Gruesse
Pura Vida

Lukas

Donnerstag, 10. September 2009

Das Projekt

Hola zusammen

Seit 5 Tagen arbeite ich jetzt in der Naehe von Montezuma am Strand und jetzt soll doch mal eure Neugierde gestillt werden, wie es denn ist und was ich da im Moment ueberhaupt mache.
Ich bin also am Samstag nach knapp 6 stunden Busfahrt in Montezuma angekommen (die Ueberfahrt auf einer Faehre war echt klasse)
und bin dann, nachdem ich meinen grossen Rollkoffer in einem Touristenbuero untergestellt hatte, mit meinem Begleiter, dem Koch des Refugiums, am Strand entlang gelaufen und durch Waldabschnitte, es war ein echt schoener Spaziergang etwa eine gute halbe Stunde lang bis zum Refugium.
Und dann war da das Eingangsschild und (hier haette ich gerne ein Bild eingebaut, aber im Hostel wurde mir meine Kamera gestohlen) war spontan begeistert, erstmal hat man von den Gebaeuden nichts gesehen, sondern nur bluehende Straeucher, Palmen und andere Baeume die einen Weg bis zum Refugium selber saeumen.
Die Unterkunft ist ganz anders aufgebaut, als alles, was ich bisher gesehen habe, so ist unten ein Essbereich und eine Kueche komplett ohne Waende und oben dann ein abgeschlossener Dachstuhl, wo die Volunteers wohnen bzw. schlafen.
Ich habe dann auch die ersten Leute kennengelernt, die da arbeiten, ein US-Amerikaner, der nur fuer 2 wochen da ist und Braulio, mit dem ich jetzt laenger zusammenarbeiten werde und der schon einiges an Erfahrung hat, Schildkroeten betreffend.
Ich dachte eigentlich, der erste Tag wuerde etwas ruhiger werden, aber statt mich erstmal in der Haengematte auszuruhen musste ich gleich mit den beiden arbeiten gehen und zwar sind wir an den Strand und haben mit Saecken Sand in einen abgetrennten Bereich geschleppt, in dem wir spaeter die Eier vergraben und beobachten wollen.
Die Arbeit ging etwa vier Stunden lang und ich war danach echt fertig und muede, doch an schlafen war noch lange nicht zu denken, denn nach dem Essen bin ich noch mit auf einen Patrouille gegangen, wo mir das erste Mal erklaert wurde, was es mit der Arbeit so auf sich hat und was auf mich zukommen wird.
Nach der Patrouille bin ich dann todmuede ins Bett geklappt und habe super geschlafen, zumindest, bis mich die Bruellaffen um 5 Uhr unsanft geweckt haben; ich haette nie gedacht, das so kleine Tiere so einen Riesenradau veranstalten koennen.
Um 8 Uhr sind wir dann wieder zum Sandsaeckeschleppen an den Strand, was diesmal nur 3 Stunden gedauert hat und den Sonntagnachmittag hatten wir Frei, was zwei andere Freiwillige und ich fuer eine Strandsession mit baden und sonnen genutzt haben: ich muss sagen, das Wasser war echt richtig warm, zum richtig abkuehlen fast sogar schon zu warm und die Wellen waren grandios, es macht einfach Spass, sich, wenn man nur bis zum Bauch im Wasser ist von Wellen ueberspuelen zu lassen.
Sonntagnacht war es dann wieder Zeit fuer eine Partouille, die aber schnell zu ende war und Ereignislos verlief.
Am Montag haben wir meinen Koffer und 7 Freiwillige in Montezuma abgeholt und ganz ehrlich, das Koffertragen ueber den Strand war die haerteste Arbeit ueberhaut, auch wenn das insgesamt hier echt kein Zuckerschlecken ist, zumindest, was die Arbeit betrifft, der Rest ist echt bilderbuchwuerdig.
Die Arbeit ging weiter wie in den letzten Tagen, Sand schleppen, Schaufeln und zum ersten Mal auf das Gebiet (wenn auch nur unser kuenstliches Nest und das drumherum) von Muell befreien.
Am Dienstag Abend schliesslich hat mir mein Supervisor feierlich verkuenet, dass ich ja nicht nur Volunteer, sondern auch Staffmember sei nund darum Mehr Verantwortung haette und am naechsten Tag (also Gestern) nach San Jose fahren solle und dann weiter an einen anderen Strand, wo ich ausgebildet werden soll. Ja dann hab ich schnell meine Sachen zusammengerafft und bin danach noch auf eine Patrouille gegangen, auf der ich meine erste Schildkroete gesehen habe, keine riesige, aber doch ein echt beeindruckendes Erlebnis, wir haben sie dann noch genau vermessen, die markiert und eine Weile beobachtet (fuer alle, die es genau wissen wollen, es war eine Oliv-Bastardschildkroete).
Gestern bin ich dann nach San Jose und habe mit einigen Freunden das Costa Rica Spiel gesehen (sie haben 1:0 verloren gegen El Salvdor) und heute mache ich mich gespannt auf den Weg nach Buena Vista und schaue, was mich dort erwartet.
Alles Gute
Hasta Pronto

Lukas

Mittwoch, 2. September 2009

Die letzten Tage im Hostel

Buenos Dias,

ich wohne jetzt sein gut zwei Wochen in einem Hostel in San Jose und die Zeit hier, der erste Abschnitt neigt sich langsam dem Ende zu; Zeit, einmal zu resuemmieren.
Die einschneidendsten erlebnisse waren sicher, dass Taxen rot, dass Steckdosen flach und platt sind und, dass Lichtschalter nicht nach oben oder unten, sondern nach rechts oder links gedrueckt werden muessen!! Sowas dreistes, da lernt man elementare dinge ueber 19 Jahre und dann das, das hat mein Weltbild echt auf den Kopf gestellt, ich habe den Glauben in das Gte verloren!!
Nein, Spass beiseite, hier ist tatsaechlich so einiges anders, als bei uns in Deutschland, das faengt schon bei der Art an, wie man hier die Handyrechnung bezahlt (man telefoniert, geht nach einiger Zeit in einen x-beliebigen Supermarkt und bezahlt; irgendwie is das schon einfacher, als in Deutschland.
Am Anfang haette ich auch nie gedacht, dass ich mich auf ein warmes und extrem reichhaltiges Fruehstueck bestehend aus Reis, Bohnen und gebackenen Bananen jeden Tag einlassen koennte aber es schmeckt gut und tut auch gut!!
Ganz anders als in Deutschland sind die Busse!!
Man bezahlt hier prinzipiell bei einsteigen, die Haltestellen haben keine Namen und zeigen auch nicht an, welche Busse da halten und, und dass ist am Anfang am verwirrendsten, die Busse fahren hin und zurueck nicht den gleichen Weg was bedeutet, dass man teilweise einen Bus hin und einen anderen zurueck nehmen muss, man gewoehnt sich aber schnell daran und dann ist das eigentlich kein Ding mehr.
Eins habe ich jedoch auch gelernt, wenn man mal einen Bus nicht findet, nicht nur eine Person fragen, auch wenn diese meint, zu wissen, wo der Bus zu finden sei, denn die Ticos sind ein lustiges Voelkchen und erlauben sich auch gerne mal Scherze mit Touristen.
Was mich auch ueberrascht hat, sind die Taxipreise, da zahlt man doch fuer etwa eine Viertelstunde Fahren gerade einmal 3 Euro, finde ich persoenlich enorm guenstig, darum fahre ich hier auch echt oft, vor allem abends, weil man uns schon gesagt hat, dass man ab 6 nicht mehr unbedingt alleine herumlaufen sollte.
Etwas ganz anderes, was man sonst auch nicht so zu sehen bekommt, sind die illegalen Strassenverkaeufer hier, die sich so ab Nachmittags um 3 in der gesamten Innenstadt vertailen und diverse Waren aber vor allem unglaublich billige Raubkopien von FIlmen anbieten.
Das faszinierende ist aber eigentlich ihr Teamwork, wenn einer der Verkauefer einen Polizisten sieht, dann gibt er den anderen ein Signal und innerhalb von 30 sekunden ist kein Verkaeufer mehr zu sehen, verschwunden inklusive Ware.
Beeindruckt haben mich auch die Haeuser hier, so sieht man nicht ein mindestens doppelt von vorne und oben vergittertes Haus und extrem Viele haben einen Wachhund im Vorgarten stehen. und auch sonst zieht man rechts und links am Strassenrand fst nur Gitter, Mauern und Maschendraht und ausserdem extrem viele Polizisten und Sicherheitspersonal herumlaufen, das ist eindeutig etwas ungewohnt, wird aber schnell zum Alltag.
Eine meine Hoffnungen, die sich erfuellt haben sind vor allem Die Fruechte hier, das Obst, die Bananen, die Ananas, die Kokosnuesse und Pipas (unreife, noch gruene Kokosnuesse, die aufgeschlagen und getrunken werden), Mangos!!! (hatte ich noch nie auch nur annaehernd so gute, wie hier), suesse Zitrone, Grenadilla, Wassermelonen, Sternfruechte, Pitahayas (glaube die heissen auf Deutsch Drachenfrucht), einfach alles und unglaublich lecker; man kann einfach zu einem der vielen Strassenhaendler gehen und es sich schmecken lassen.
Grandios sind auch die Maerkte, riesig, mit gigantischer Auswahl, verwinkelt und billig.
Aber jetzt zu mir, wir haben am Wochenende einen Ausflug zu einem Strand gemacht (fuer alle, die nachschauen wollen, wie es da aussieht, er heisst Manuel Antonio)
Nach 5 einhalb Stunden Busfahrt mit viel Stau waren wir da und spontan beeindruckt, Regenwald und Palmen bis rirekt an den Strand, schoene Wellen, warmes Wasser (ich schaetze etwa 25 grad) Sonne.
Wir haben es und gut gehen lassen und die Nacht etwas Party im Hostel gemacht und am naechsten Tag nochmal die Sonne genossen.
Die Heimreise war weniger schoen, weil wir 4 Stunden stehen mussten im Bus aber das hat mir im Endeffekt nix ausgemacht und war auch mal eine Erfahrung in einem gestopft vollen Bus dicht gedraengt stehen zu muessen.
Gestern bin ich das erste Mal in das Haus einer costaricanischen Familie gekommen und habe mit der Gastmutter von zwei anderen Freiwilligen gesprochen, der ich sofort leid tat, weil ich keine Gastfamilie habe und sie hat sofort gemeint, sie sei die Maria und ab jetzt meine Gastmutter und ich habe jetzt auch 4 Gastgeschwister, einen Gastneffen und eine Oma und ich solle immer vorbei kommen, wenn ich wollte und Weihnachten ja sowieso, da habe ich mich sofort wohlgefuehlt, auch wenn ich ab samstag immer 6 stunden nach San Jose fahren muss.
Denn, fuer alle, die es noch nicht wissen, mein Projekt hat sich ja doch geaendert, sodass ich jetzt in einer Station auf der Halbinsel von Nicoya in einem oekologischen Projekt bin und mit instandhaltung von Straenden und dem Artenschutz von Meeresschildkroeten beschaeftigt sein werde. Desweiteren werde ich wohl Informationsveranstaltungen an Schulen und anderen oeffentlichen Einrichtungen halten und Leute ueber Umwelt- und Artenschutz, sowie den "oekotourismus" aufklaeren. Die Station hat keinen Strom und man muss vom naechstgelegenen Ort etwa 30-40 minten Laufen, durch Urwald und ueber den Strand.
Ich werde da mit den Rangern wohnen und teilweise sind no
h schort-time-volunteers da, fuer die ich dann verantwortlich sein werde.
Ich bin schon extrem gespannt, wie das wohl wird, auf jeden fall wohl etwas ganz anderes, als ich bisher jemals erlebt habe oder erleben werde.
Das war es soweit erstmal von mir, ich hoffe, ich kann relativ regelmaessig berichten, wenn ich aus der Station wegkann
bis demnaechst
Lukas