Mittwoch, 2. September 2009

Die letzten Tage im Hostel

Buenos Dias,

ich wohne jetzt sein gut zwei Wochen in einem Hostel in San Jose und die Zeit hier, der erste Abschnitt neigt sich langsam dem Ende zu; Zeit, einmal zu resuemmieren.
Die einschneidendsten erlebnisse waren sicher, dass Taxen rot, dass Steckdosen flach und platt sind und, dass Lichtschalter nicht nach oben oder unten, sondern nach rechts oder links gedrueckt werden muessen!! Sowas dreistes, da lernt man elementare dinge ueber 19 Jahre und dann das, das hat mein Weltbild echt auf den Kopf gestellt, ich habe den Glauben in das Gte verloren!!
Nein, Spass beiseite, hier ist tatsaechlich so einiges anders, als bei uns in Deutschland, das faengt schon bei der Art an, wie man hier die Handyrechnung bezahlt (man telefoniert, geht nach einiger Zeit in einen x-beliebigen Supermarkt und bezahlt; irgendwie is das schon einfacher, als in Deutschland.
Am Anfang haette ich auch nie gedacht, dass ich mich auf ein warmes und extrem reichhaltiges Fruehstueck bestehend aus Reis, Bohnen und gebackenen Bananen jeden Tag einlassen koennte aber es schmeckt gut und tut auch gut!!
Ganz anders als in Deutschland sind die Busse!!
Man bezahlt hier prinzipiell bei einsteigen, die Haltestellen haben keine Namen und zeigen auch nicht an, welche Busse da halten und, und dass ist am Anfang am verwirrendsten, die Busse fahren hin und zurueck nicht den gleichen Weg was bedeutet, dass man teilweise einen Bus hin und einen anderen zurueck nehmen muss, man gewoehnt sich aber schnell daran und dann ist das eigentlich kein Ding mehr.
Eins habe ich jedoch auch gelernt, wenn man mal einen Bus nicht findet, nicht nur eine Person fragen, auch wenn diese meint, zu wissen, wo der Bus zu finden sei, denn die Ticos sind ein lustiges Voelkchen und erlauben sich auch gerne mal Scherze mit Touristen.
Was mich auch ueberrascht hat, sind die Taxipreise, da zahlt man doch fuer etwa eine Viertelstunde Fahren gerade einmal 3 Euro, finde ich persoenlich enorm guenstig, darum fahre ich hier auch echt oft, vor allem abends, weil man uns schon gesagt hat, dass man ab 6 nicht mehr unbedingt alleine herumlaufen sollte.
Etwas ganz anderes, was man sonst auch nicht so zu sehen bekommt, sind die illegalen Strassenverkaeufer hier, die sich so ab Nachmittags um 3 in der gesamten Innenstadt vertailen und diverse Waren aber vor allem unglaublich billige Raubkopien von FIlmen anbieten.
Das faszinierende ist aber eigentlich ihr Teamwork, wenn einer der Verkauefer einen Polizisten sieht, dann gibt er den anderen ein Signal und innerhalb von 30 sekunden ist kein Verkaeufer mehr zu sehen, verschwunden inklusive Ware.
Beeindruckt haben mich auch die Haeuser hier, so sieht man nicht ein mindestens doppelt von vorne und oben vergittertes Haus und extrem Viele haben einen Wachhund im Vorgarten stehen. und auch sonst zieht man rechts und links am Strassenrand fst nur Gitter, Mauern und Maschendraht und ausserdem extrem viele Polizisten und Sicherheitspersonal herumlaufen, das ist eindeutig etwas ungewohnt, wird aber schnell zum Alltag.
Eine meine Hoffnungen, die sich erfuellt haben sind vor allem Die Fruechte hier, das Obst, die Bananen, die Ananas, die Kokosnuesse und Pipas (unreife, noch gruene Kokosnuesse, die aufgeschlagen und getrunken werden), Mangos!!! (hatte ich noch nie auch nur annaehernd so gute, wie hier), suesse Zitrone, Grenadilla, Wassermelonen, Sternfruechte, Pitahayas (glaube die heissen auf Deutsch Drachenfrucht), einfach alles und unglaublich lecker; man kann einfach zu einem der vielen Strassenhaendler gehen und es sich schmecken lassen.
Grandios sind auch die Maerkte, riesig, mit gigantischer Auswahl, verwinkelt und billig.
Aber jetzt zu mir, wir haben am Wochenende einen Ausflug zu einem Strand gemacht (fuer alle, die nachschauen wollen, wie es da aussieht, er heisst Manuel Antonio)
Nach 5 einhalb Stunden Busfahrt mit viel Stau waren wir da und spontan beeindruckt, Regenwald und Palmen bis rirekt an den Strand, schoene Wellen, warmes Wasser (ich schaetze etwa 25 grad) Sonne.
Wir haben es und gut gehen lassen und die Nacht etwas Party im Hostel gemacht und am naechsten Tag nochmal die Sonne genossen.
Die Heimreise war weniger schoen, weil wir 4 Stunden stehen mussten im Bus aber das hat mir im Endeffekt nix ausgemacht und war auch mal eine Erfahrung in einem gestopft vollen Bus dicht gedraengt stehen zu muessen.
Gestern bin ich das erste Mal in das Haus einer costaricanischen Familie gekommen und habe mit der Gastmutter von zwei anderen Freiwilligen gesprochen, der ich sofort leid tat, weil ich keine Gastfamilie habe und sie hat sofort gemeint, sie sei die Maria und ab jetzt meine Gastmutter und ich habe jetzt auch 4 Gastgeschwister, einen Gastneffen und eine Oma und ich solle immer vorbei kommen, wenn ich wollte und Weihnachten ja sowieso, da habe ich mich sofort wohlgefuehlt, auch wenn ich ab samstag immer 6 stunden nach San Jose fahren muss.
Denn, fuer alle, die es noch nicht wissen, mein Projekt hat sich ja doch geaendert, sodass ich jetzt in einer Station auf der Halbinsel von Nicoya in einem oekologischen Projekt bin und mit instandhaltung von Straenden und dem Artenschutz von Meeresschildkroeten beschaeftigt sein werde. Desweiteren werde ich wohl Informationsveranstaltungen an Schulen und anderen oeffentlichen Einrichtungen halten und Leute ueber Umwelt- und Artenschutz, sowie den "oekotourismus" aufklaeren. Die Station hat keinen Strom und man muss vom naechstgelegenen Ort etwa 30-40 minten Laufen, durch Urwald und ueber den Strand.
Ich werde da mit den Rangern wohnen und teilweise sind no
h schort-time-volunteers da, fuer die ich dann verantwortlich sein werde.
Ich bin schon extrem gespannt, wie das wohl wird, auf jeden fall wohl etwas ganz anderes, als ich bisher jemals erlebt habe oder erleben werde.
Das war es soweit erstmal von mir, ich hoffe, ich kann relativ regelmaessig berichten, wenn ich aus der Station wegkann
bis demnaechst
Lukas

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